Duftende, glitzernde Weihnachtszeit
Natali 15. Dezember 2009

Warum machen so viele Leute diesen “Weihnachtszirkus” alle Jahre wieder eigentlich mit? Hektisches Geschenkekaufen, Besuch bei den Verwandten planen, aufwändiges Essen, vielleicht noch in den vollen Gottesdienst. Danach jammern, dass man wieder zugelegt hätte. Es zwingt uns doch niemand, oder doch?
It’s my party
Ich mag Weihnachten, wenn auch gerne in einer etwas reduzierten Form. Als gottlos glücklicher Mensch fühle ich mich frei, dieser Zeit einen eigenen Sinn zu geben. Und wäre da nicht mein ökologisches Gewissen (und ein wenig weihnachtlich gestimmter Freund), hätte ich wahrscheinlich sogar ein Bäumchen in der Wohnung stehen. Mit dem Adventskalender, der bei uns selbstgebastelt ist, startet für mich der Countdown zum Jahresende. Das bedeutet, das Jahr nochmal Revue passieren lassen, die Hoffnungen und Vorhaben für das neue formulieren, loslassen. Im Dezember schreibe ich immer eine ganze Reihe Briefe (ja, so richtig aus Papier) und Karten an Freunde und freue mich wie eine Schneekönigin, wenn ich wiederum Post bekomme.
Das ganze übrige Jahr ist so von Düften bestimmt, die uns im Freien entgegen wehen, dass der Winter doch sehr nasenkarg daherkommt. Allein schon wegen des guten Geruchs gehört deshalb die Plätzchenbackerei auf jeden Fall für mich dazu. Um die Süßwarenangebote aus dem Supermarkt habe ich dafür dieses Jahr meist einen Bogen gemacht. Diese Masse an Dingen, die sich da vor einem auftürmt – und das schon seit Oktober – schreckt mich einfach ab. Genauso finde ich auch die einfacheren oder selbstgemachten und -erdachten Geschenke schöner. Dinge haben wir hier doch fast alle genug, es ist eher die Geste, die zählt.
Plätzchen ohne Glauben
Ob es ein Widerspruch ist, ohne Glauben ein christliches Fest zu begehen? Und was ist mit der Nächstenliebe, die von uns alle Jahre wieder bei weihnachtlichen Spendengalas abgefordert wird? Letzteres finde ich problematisch, vor allem weil so ein Druck aufgebaut wird. Als ob man sich mit einer Spende zu Weihnachten für das restliche Jahr freikaufen könne.
Und was den Glauben betrifft, so finde ich es durchaus in Ordnung, sich in diverse Weihnachtsaktivitäten einzuklinken. Solange man dies nur bewusst tut. Also nicht nur aus reiner Routine, weil es sich eben so gehört. Selbst wenn man nicht davon überzeugt ist, dass Jesus von Nazaret Gottes Sohn ist, war er doch eine wichtige historische Persönlichkeit. Seine Geburt, die vermutlich noch nichteinmal an unserem Weihnachtsdatum stattfand, halte ich auch als Agnostikerin für durchaus ein Fest wert.
